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Offener Brief – überreicht an Mitglieder des Stiftungsrat am 20.1.2012

Sehr geehrter Herr Amon, sehr geehrter Herr Dr. Wrabetz!

Sehr geehrte Damen und Herren des Stiftungsrats!

Der ORF als öffentlich-rechtliche Sendeanstalt hat gegenüber seinen MitarbeiterInnen soziale Verantwortung. Zu Recht ist der ORF stolz auf die Qualität vieler Sendungen. Insbesondere Ö1 als erfolgreichster Kultursender Europas erfüllt den Bildungsauftrag zu 100%. Hörfunkdirektor Karl Amon bezeichnete das Jahr 2011 als „erfolgreichstes Preis- und Quotenjahr der Ö1-Geschichte.“

Hinzufügen muss man, dass 12 von 16 Auszeichnungen an Freie MitarbeiterInnen gingen!

Doch der hochgelobte Qualitätsjournalismus basiert auf prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Klar ist: Wir, hunderte Freie MitarbeiterInnen, machen Programm! In vielen Redaktionen liefern wir bis zu 100% der Sendeinhalte. Ohne uns würde der ORF nicht funktionieren.

Viele von uns arbeiten seit Jahren bzw. Jahrzehnten für den ORF und verdienen trotz Vollzeitarbeit um die 1000 Euro netto pro Monat. Oft ohne bezahlten Urlaub, bezahlten Krankenstand oder 13. und 14. Gehalt. Damit liegt unser Einkommen nur knapp über dem Existenzminimum. Diese Arbeitsbedingungen sind existenzgefährdend, krankmachend und einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt unwürdig. Unsere Pensionsansprüche sind so gering, dass uns im Alter ein Dasein als SozialhilfeempfängerInnen erwartet.

Seit drei Jahren verhandeln weisen wir unsere Arbeitsbedingungen mit der die Geschäftsführung auf unsere Arbeitsbedingungen hin – bisher ohne Ergebnis. Vielmehr mussten wir feststellen, dass wir Freie MitarbeiterInnen vom Management nicht als Personal-, sondern als „Sachkosten“ abgerechnet werden.

Wir fragen Sie: Wie rechtfertigen Sie diese Missstände?

Wir AutorInnen und GestalterInnen fordern deshalb:
! soziale Absicherung

! gerechte Entlohnung. Das bedeutet eine rasche Anpassung der Honorare an die Standards im deutschsprachigen Raum. Konkret: Eine Erhöhung um mindestens 100%.

Schließlich misst sich auch das ORF-Management an internationalen Gehaltsstandards.

Gezeichnet: Die Freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ORF

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Petition an den Stiftungsrat – übergeben am 18.6.2010

Wir anerkennen die Tatsache, dass die ManagerInnen des ORF in den vergangenen beiden Jahren auf die ihnen vertraglich zustehenden Prämien freiwillig verzichtet haben.
Meldungen, wonach dieser Verzicht bei weiterer guter Performance des Unternehmens für 2010 aufgehoben werden soll, geben Anlass zu folgenden Überlegungen:

Die Honorare für Freie MitarbeiterInnen, die zu einem großen Teil die Sendungen mit Inhalten füllen und somit zur guten Performance des Unternehmens beitragen, sind seit Jahren nicht erhöht worden.

Die Honorare der Freien MitarbeiterInnen entsprechen schon lange nicht mehr den gestiegenen Lebenshaltungskosten.

Die Höhe der angepeilten Prämien liegt bei einem Vielfachen dessen, was Freie MitarbeiterInnen jährlich (!) verdienen.

Mit den angepeilten Prämien könnten die Sendebudgets von Ö1, dem Flaggschiff des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, wesentlich verbessert werden.

Die „Golden-Handshake-Lösung“ ohne Nachbesetzungen der eingesparten Posten hat eine große Personallücke hinterlassen und den Druck auf die Sendungen und die FM weiter erhöht, ohne dass dies in irgendeiner Weise abgegolten würde.

Wir, die Unterzeichneten, (Autor/innen und Gestalter/innen), Angestellte und SendungsproducerInnen, ersuchen Sie daher, die DirektorInnen zu einem weiteren freiwilligen Verzicht zu motivieren und die Gewinnüberschüsse stattdessen für das Programm von Ö1 und zur Erhöhung der Honorare für die Freien MitarbeiterInnen zu verwenden.

Dies wäre auch im Sinne der Legitimierung der Gebührengelder.

Die Unterzeichneten

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