Mitarbeiter ORF-Fernsehen fordern Neuwahl der Geschäftsführung

Die KollegInnen des Bereiches Fernsehen Programm haben heute in einer Betriebsversammlung folgende Resolution beschlossen:

Die Sparpakete der vergangenen Jahre haben zu einer erheblichen personellen Ausdünnung der Redaktionen geführt. Seit 2008 wurde die ORF-Belegschaft um 13% reduziert. Im Programm- und Informationsbereich des Fernsehens bedeutete das die Streichung von fast 120 Dienstposten. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.In vielen Redaktionen ist es kaum noch möglich, den öffentlich-rechtlichen Programmauftrag zu erfüllen. Nur Geschäftsführung und Stiftungsrat – mit Ausnahme der Belegschaftsvertreter im Gremium – glauben, dass dieser Sparkurs ohne Auswirkungen auf Inhalt und Umfang von Sendungen bleiben kann. Zur Sicherung der Qualität des Programms fordern die Mitarbeiter/innen einen sofortigen Stopp des undifferenzierten Personalabbaus nach dem „Rasenmäherprinzip“ und ein fundiertes Konzept für die Personalentwicklung.

Generaldirektor Alexander Wrabetz wird aufgefordert, rasch eine/n interimistische/n Informationsdirektor/in zu bestellen, der/die innerhalb der Geschäftsführung die Interessen des öffentlich-rechtlichen Kernbereichs TV-Information bei der Programmplanung und vor allem bei den Verhandlungen um weitere Sparmaßnahmen vertritt.

Die Betriebsversammlung Fernsehen-Programm fordert die möglichst rasche Neuwahl der ORF-Geschäftsführung. Das derzeitige Provisorium (interimistische Übernahme der Agenden des Informationsdirektors durch den Generaldirektor) muss schnell durch eine handlungsfähige Geschäftsführung ersetzt werden.

Eine für die Vorverlegung der Neuwahl notwendige Änderung des ORF-Gesetzes muss gleichzeitig dazu genützt werden, um mit der Reform des Stiftungsrates endlich eine alte Forderung der ORF-Mitarbeiter/innen zu erfüllen. Wie von (Zentral-) Betriebsrat, Redakteursvertretung und auch dem Rechnungshof mehrfach verlangt, soll das ORF-Aufsichtsgremium analog zu Aufsichtsräten anderer Großunternehmen gestaltet werden. Es soll drastisch verkleinert werden, für Stiftungsräte muss aus-schließlich Qualifikation als Auswahlkriterium gelten und Fraktionen – „Freundeskreise“ genannt – dürfen nicht länger das Stimmverhalten bestimmen.

(Quelle: newsroom.at)

Artikel zur Betriebsversammlung im Standard:

Generaldirektor Wrabetz sieht „das Schlimmste überstanden“

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